Nach der Luftverschmutzung ist Lärm die zweitgrößte umweltbedingte Ursache für Gesundheitsprobleme. Er macht nicht nur das Leben unruhig – er macht krank.
Motorisierter Verkehr bringt gleich zwei Probleme mit sich:
- Lärm
- Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide
Beides wirkt oft gemeinsam und verstärkt die gesundheitlichen Belastungen.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Straßenverkehr:
- Tagsüber: maximal 53 dB(A) (ab 52 dB bereits gesundheitlich bedenklich)
- Nachts: maximal 45 dB(A)
Dauerhafte Überschreitungen können führen zu:
- Belastung des Herz-Kreislauf-Systems
- Bluthochdruck und Herzinfarkt-Risiko
- Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen
- Demenzähnlichen Veränderungen (durch chronische Belastung mit Feinstaub und Lärm)
- Atemwegserkrankungen wie COPD
Wie sieht es in Waldaschaff aus?
2015 wurden hier 6.843 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Hauptursachen: hoher PKW- und LKW-Verkehr, überhöhte Geschwindigkeit und unruhiger Verkehrsfluss. Messungen aus dem Jahr 2021 für die Aschaffenburger Straße (allgemeines Wohngebiet) ergeben folgendes Bild bezüglich der Lärm-Grenzwerte:
| Zeitraum | WHO-Empfehlung | Messwert in Waldaschaff | Überschreitung |
| Tag | 53 dB(A) | 65 – 68 dB(A) | +10 bis +13 dB |
| Nacht | 45 dB(A) | 56,5 – 59,5 dB(A) | +11,5 bis +14,5 dB |
Schon +3 dB bedeutet eine Verdopplung der empfundenen Lautstärke!
Hier liegen wir also deutlich über den gesundheitlich empfohlenen Grenzen.
(Gemessen wurde bei Gebäuden, die nur 4–8 Meter von der Straßenmitte entfernt stehen – eine typische Wohnlage in der Aschaffenburger Straße, oder aber auch Lohrer Straße.)
Was kann helfen?
- Tempo 30: Senkt den Lärmpegel um 2–3 dB(A) – spürbar für die Ohren, denn das halbiert (!) schon den Lärm.
- Besserer Verkehrsfluss: Weniger Anfahren und Bremsen reduziert Lärm und Abgase
- Durchfahrtsbeschränkungen für LKW und Autobahn-Stau-Abfahrer
- Konsequente Geschwindigkeitskontrollen – ohne sie bleibt jede Beschränkung wirkungslos
Handlungsbedarf!
Die Ist-Werte in Waldaschaff liegen deutlich über den WHO-Sollwerten – und das dauerhaft. Das bedeutet:
- Gesundheitsgefährdung für die gesamte Bevölkerung
- Höheres Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen
- Erhöhte Belastung für Kinder, Senioren und chronisch Kranke
Zwar wurden in der Vergangenheit lärmschützende Fenster finanziert und eingebaut, aber das reicht nicht! Wir halten uns ja nicht den ganzen Tag im Hause auf! Jeder der sich draußen aufhält, wird gefährdet, ja geschädigt. Und das betrifft insbesondere unsere Kinder!
Fazit
Lärm ist nicht nur störend – er ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Gemeinsam können wir Waldaschaff leiser und gesünder machen: für erholsamen Schlaf, saubere Luft und ein besseres Leben.